Erfundene Drogenschmuggler, Kröten als Rauschmittel und ein Ku-Klux-Klan-Treffen mitten in der Eifel: Michael Born lieferte dem deutschen Fernsehen, was Quote versprach – und inszenierte seine «Reportagen» kurzerhand selbst. Ein rasanter, verblüffend unterhaltsamer Film über Fake News, Einschaltquoten und die Frage, warum wir glauben, was wir sehen.
Michael Born war ein begnadeter Geschichtenerzähler – mit der Wahrheit nahm er es allerdings nicht besonders genau. Zwischen 1990 und 1996 verkaufte der Selfmade-Reporter mehr als 20 gefälschte Beiträge an deutsche Fernsehsender. Seine spektakulären Geschichten liefen unter anderem bei «stern TV», «Spiegel TV» und im WDR. Freunde spielten Ku-Klux-Klan-Mitglieder, vermeintliche Drogensüchtige leckten an Kröten, Archivmaterial wurde zur aktuellen Aufnahme erklärt. Obwohl manche Szenen schon damals zu abenteuerlich wirkten, wurden sie ausgestrahlt.
Die Regisseure Erec Brehmer und Benjamin Rost rekonstruieren den Fall aus Hunderten Stunden Rohmaterial und den Erinnerungen ehemaliger Weggefährt:innen. Temporeich und klug montiert, entwickelt sich BORN TO FAKE beinahe zum Thriller über Geltungssucht, Konkurrenzdruck und ein Fernsehsystem, das stets nach noch spektakuläreren Bildern verlangte.
Doch der Film macht es sich nicht so einfach, Michael Born zum alleinigen Bösewicht zu erklären. Wie konnten seine Fälschungen jahrelang alle Kontrollen passieren? Welche Rolle spielten Redaktionen, die vor allem auf Einschaltquoten schielten? Und war Born bloss ein dreister Betrüger – oder auch das Produkt eines Systems, das seine Geschichten nur allzu gerne glauben wollte?
Ein wilder, humorvoller und beunruhigend aktueller Dokumentarfilm über Fake News, die Macht der Bilder und Einschaltquoten.